17.04.2013

LUMEN feierte fünften Geburtstag

Der Gottesdienst war einer der Höhepunkte beim Fest zum fünften Geburtstag von LUMEN. Foto: Horst Heib

"Am Anfang war hier - nichts." So schilderte Anne Kriebel ihren ersten Eindruck der Unterkirche von Herz Jesu, als sie sie vor mehr als fünf Jahren zum ersten Mal besichtigte. Damals konnte sie sich nicht vorstellen, dass in diesem Raum einmal die Jugendkirche des Bistums entstehen sollte. Christian Knoll dagegen war sehr viel begeisterter: "Wir hätten damals jeden Raum genommen, wo Jugendliche hinkommen und sich einbringen können", betonte er.

Kriebel und Knoll waren Gäste bei einem Podiumsgespräch zum fünfjährigen Bestehen der Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen. Sie stellten sich wie Felix Goldinger, Kirsten Glaser und Stefan Mühl den Fragen von Lara und Sebastian, die derzeit im Team der Jugendkirche aktiv sind. Goldinger war von Sommer 2009 bis 2010 Referent von LUMEN und wurde in dieser Funktion von Joachim Lauer abgelöst. Mühl war als Diözesan-Jugendseelsorger Mit-Initiator der Einrichtung, im Jahr 2010 hat Andreas Sturm seinen Part übernommen. Als Pfarrer in Frankenthal kommt Mühl mit Pfarreigruppen immer wieder in die Jugendkirche, hält auch Gottesdienste und hat dann immer ein gutes Gefühl, "weil es LUMEN noch gibt, weil sich vieles geändert hat und manches geblieben ist, und weil ich immer neue und bekannte Gesichter sehe." Auch er gibt zu, dass die Unterkirche anfangs eher wie ein Kellerloch wirkte als wie ein jugendgerechter Kirchenraum, dass es viel Fantasie und Kreativität brauchte, ihn entsprechend herzurichten. Er erinnerte daran, dass viel Überzeugungsarbeit geleistet werden musste und es auch Widerstände zu überwinden gab, auch im Bistum.

Christian Knoll erzählte noch einmal von den Gestaltungsmaßnahmen, angefangen beim Kreuz. Zwei Holzplanken wurden intensiv mit Messingbürsten behandelt, bis die Maserung zu Tage trat, mit einem selbst gedrehten Seil wurden sie dann zu einem Kreuz zusammengebunden. "Viele waren mit viel Engagement dabei und haben an ihrer Kirche mitgebaut". Bis wenige Stunden vor dem Eröffnungsgottesdienst am 12. April 2008 wurde noch gestrichen und gewerkelt. Als Altar diente damals ein Tisch, der noch heute im Einsatz ist. Es gab einen Gestaltungswettbewerb für einen Altar, eine Entscheidung und die Umsetzung sind die nächsten Meilensteine in der Entwicklung der Jugendkirche.

Allerlei Amüsantes wurde bei dem Podiumsgespräch bekannt, witzige Erinnerungen wieder aufgefrischt. Die Mitstreiter der ersten Stunde erinnerten sich an ganz außergewöhnliche Gottesdienste. Thematisiert wurde auch der Prozess der Namensfindung. Die Stadt Ludwigshafen sollte in dem Namen vorkommen, "angemessen" sollte er sein, und als die Idee aufkam "LUMEN" zu wählen, waren alle sofort Feuer und Flamme, erinnerte sich unter anderem Felix Goldinger.

Musik spielt in den Gottesdiensten eine zentrale Rolle, darüber sind sich die "ehemaligen Macher" und auch das aktuelle Gottesdienstteam einig. Am "Jubiläumssamstag" gestaltete die Band "Saitenansichten" den Gottesdienst und spielte zum Abschluss des Tages auch ein Konzert. Aber geeignete Bands waren anfangs nicht immer einfach zu finden, und so wurde manches Mal improvisiert - unter anderem griff Felix Goldinger zur Gitarre. Wichtiger war allen Gesprächspartnern aber die Bedeutung der Jugendkirche: "Alles ist hier ein bisschen intensiver", so Goldinger. Meist gibt es etwas zum Anfassen, die Jugendlichen gestalten ihren Gottesdienst mit, sind aktiver Teil davon, sie haben etwas zum Mit-nach-Hause-Nehmen - und es geschehen Dinge, die man normalerweise in der Kirche nicht macht: "Bei uns ist das Außergewöhnliche normal", auch das eine Einschätzung von Felix Goldinger.

Neben dem Blick in die Vergangenheit ging es auf dem Podium aber auch um die Zukunft. So ist noch in diesem Jahr geplant, an die Jugendkirche ein Café anzugliedern. "Es spricht viel dafür, dass dafür in den Sommerferien etwas passiert", stellte Andreas Sturm in Aussicht. Christian Knoll erhofft sich "mutige Jugendliche voller Glaubenslust" und ermutigte sie: "Lasst euch nicht einschüchtern! Ihr seid Kirche."- "Jung, bunt und lebendig" solle die Jugendkirche bleiben, sie solle den Jugendlichen einen Freiraum bieten und auch kirchenferne Jugendliche ansprechen.
Wenn es überhaupt Kritik gab, dann daran, dass der Referent für die Jugendkirche nach wie vor nur eine halbe Stelle hat: "Die Kirche hat der Jugend viel zu sagen, aber die Jugend hat auch der Kirche viel zu sagen", so eine zentrale Aussage. Auch in der Bistumsleitung müsse erkannt werden, dass hier viel Gutes laufe, von dem auch die Kirche insgesamt profitieren kann.

Rund um den Geburtstag von LUMEN gab es viele Angebote, unter anderem einen Workshop, in dessen Verlauf eine neue Kerze entstand. In dem Anspiel zu Beginn des Gottesdienstes versuchte das Team der Jugendlichen zu verdeutlichen, was ihnen das Engagement in LUMEN bedeutet. Es ist für sie manchmal wie ein Hobby, ein Gottesdienst hier ist alles andere als langweilig, und sie gehen gestärkt nach Hause.
Joachim Lauer lobte sein Team mehrmals, nicht nur für die kreativen Ideen und das riesige Engagement, sondern auch für die starke Gemeinschaft, die offen ist für jedes neue Mitglied. Ideenreichtum beweist das Team unter anderem auch in den Titeln der Gottesdienste. So stellten sie den Geburtstagsgottesdienst unter das Motto: "LUMEN - just für fun?" Lauer interpretierte das so: Der Gottesdienst ist nicht Unterbrechung der Geburtstagsfeier, sondern gehört dazu, und "fun" in der Jugendkirche bedeute "Freude am Leben."

Text: Brigitte Deiters/Foto: Horst Heib

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