03.02.2016

Mehr Verantwortung für Jugendliche in der Politik

Heike Vogt und Thomas Hitschler

U28: BDKJ trifft Thomas Hitschler 

Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer Generation. Da sind sich Heike Vogt, Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer und der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler einig. Vogt traf sich gestern in Laudau mit Hitschler, um ihm die orangerote Brille zu überreichen, die der BDKJ bundesweit an Politikerinnen und Politiker weitergibt. Die Brille wirbt symbolisch für eine Bewertung politischer Entscheidungen im Hinblick auf die Belange junger Menschen. "Wir möchten mit unserer Strategie "U28- Die Zukunft lacht!" darauf aufmerksam machen, dass die Interessen junger Menschen ressortübergreifende Aufgabe für die Politik sein müssen", erklärt Vogt die Hintergründe der Aktion.

Hitschler unterstützte das Anliegen und sagte zu, in den kommenden Wochen die anstehenden Entscheidungen im Bundestag im Hinblick auf mögliche Auswirkungen für die jungen Generationen zu prüfen. Im Rahmen des Gespräches mit der BDKJ-Diözesanvorsitzenden warb Hitschler für eine stärkere politische Beteiligung von Jugendlichen: "Ich sage jungen Leuten: Kandidiert für einen Rat! Besser als durch die Kommunalwahl kommen Jugendliche nicht in politische Verantwortung." Es sei ihm ein wichtiges Anliegen, das Selbstvertrauen der jungen Menschen zu stärken, erklärte Hitschler. Er habe durch seine Biographie gelernt, dass man jungen Menschen in politischen Ämtern sehr viel zutraue, aber: "Viele halten sich selbst für zu jung, um politisch Verantwortung zu übernehmen. Ich merke aber auch, dass in den letzten Jahren das Interesse an der Diskussion politischer Entscheidungen unter jungen Menschen stark zugenommen hat. Sie zeigen ein großes Interesse beispielsweise an der Flüchtlingspolitik, den Tornadoeinsätzen oder Sicherheitspolitik." Dieses Interesse gelte es von den politischen Parteien aufzufangen, um Jugendlichen echte Teilhabe an Entscheidungsprozessen zu geben. Das sei auch gut zu begründen, denn: "Wenn jungen Menschen nicht selbst Politik machen, dann wird Politik nicht nur von sondern auch für ältere Menschen gemacht."

Dem möchte auch der BDKJ entgegenwirken. Heike Vogt warb für eine Wahlalterabsenkung, wie sie der BDKJ schon seit längerem fordert und echte Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche: "Wir möchten keine Jugendparlamente, sondern echte Beteiligung. Es geht nicht darum, darüber abzustimmen ob die Skaterbahn gebaut wird, sondern darum, alle politischen Entscheidungen vom Bildungssystem bis zum Straßenbau mittragen zu können". Hitschler unterstrich die Forderung und gab zu bedenken, dass sich aus einer Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre möglicherweise auch eine Absenkung der Volljährigkeit mit allen- auch strafrechtlichen- Konsequenzen ergebe. Zumindest sei dies der Fall, wenn sich die Absenkung nicht nur auf das passive, sondern auch auf das aktive Wahlrecht erstrecke.

Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bildete die aktuelle Debatte um den Zuzug von Flüchtlingen. Der BDKJ Speyer distanziert sich klar von rechtspopulistischen Beiträgen in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion: "Unsere Demokratie toleriert keine einfachen Lösungen", sagte Vogt. Die könne es in der aktuellen Lage so auch nicht geben. Hitschler sprach sich dafür aus, die Sorgen dennoch ernst zu nehmen: "Die Bürger haben den Eindruck, der Staat weiß nicht wohin es geht. Wenn ständig neue Vorschläge unterbreitet werden, erweckt das den Eindruck, es gäbe keinen Plan. Gegen Populismus hilft aber nur die Handlungsfähigkeit des Staates. Die müssen wir parteiübergreifend unter Beweis stellen." 

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband von acht Kinder- und Jugendverbänden in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er vertritt die Anliegen von 8.500 Mitgliedern in Kirche, Staat und Gesellschaft. www.bdkj-speyer.de | facebook.com/BDKJ_Speyer

Mit der Strategie "U28- Die Zukunft lacht!" möchte der BDKJ bundesweit für eine ressortübergreifende Kinder- und Jugendpolitik werben. Die Diözesanvorstände suchen daher den direkten Austausch mit Politikerinnen und Politikern auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Dei Beiträge von Thomas Hitschler sowie von allen bislang am Projekt beteiligten Politikerinnen und Politikern sind in einem Blog zusammengefasst: u28.bdkj-speyer.de 

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