24.05.2015

Ökumene im Jugendformat: stand up! begeistert tausende Gäste

Openair-Gottesdienst

Jugendfestival zum Ökumenischen Kirchentag bot gestern bis tief in die Nacht Programm rund um den Dom

Katholische und evangelische Jugend präsentierten gestern ein gemeinsames Festivalprogramm zum Ökumenischen Kirchentag in Speyer. Neben dem Polittalk mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer waren der Openair-Jugendgottesdienst am Abend und das Konzert von Cris Cosmo Höhepunkte des stand up! Jugendfestivals. Bis spät in die Nacht war der Dom geöffnet und bot eine beeindruckende Kulisse für Poetryslam und Orgel/Schlagzeug-Performance.

Im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages hatten evangelische und katholischen Jugend gestern gemeinsam zum Jugendfestival stand up! eingeladen. Mehrere tausend Jugendliche bevölkerten vom Mittag an bis spät in die Nacht das Festivalgelände rund um den Dom und den Innenraum der Kathedrale. Das Angebot war vielfältig und reichte von Taize-Andacht und Openair-Gottesdienst bis zu Konzerten und Kunstaktionen. Konfirmanden und Firmlinge, Verbandler und Schüler waren nach Speyer gekommen und genossen bei gutem Wetter die Festivalstimmung. Bereits die Eröffnung am Mittag hatte im Zeichen der ökumenischen Vielfalt und des gemeinsamen Engagements gestanden. Der Poetry Slam des Zentrums für Wissensdialog der Universität Landau machte mit Dichtkunst der Spitzenklasse deutlich: Es ist mehr machbar als ein Kompromiss. Von den Tücken der Entscheidung handelte die Performance und erzählte auf unterhaltsam-humorvolle Art von der Qual der Wahl. Die Band Magnetfeld stimmte die Zuschauer auf ein auch musikalisch hochkarätiges Festival ein.

Polittalk mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin

Volker Steinberg (Evangelische Jugend der Pfalz) und Felix Goldinger (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) diskutierten mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Ehrenamtlichen aus den Verbänden zu Fragen des jugendpolitischen Engagements und der außerschulischen Jugendarbeit. Die Schüler und Studenten Anne-Lea, Fabian, Torsten und Jessica fragte die Ministerpräsidentin nach dem Stellenwert des Ehrenamtes und warben für mehr Freiräume für die außerschulische Jugendarbeit. Sowohl die Ganztagsschule als auch die Bachelor- und Masterstudiengänge ließen kaum Zeit für außerschulisches Engagement, berichteten die Jugendlichen. Die Ministerpräsidentin machte deutlich, dass es ihr ein wichtiges Anliegen sei, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben im Ehrenamt soziale Kompetenzen zu entwickeln: "Man kann sich ausprobieren, Grenzen überschreiten, andere Haltungen akzeptieren lernen und eine eigene Haltung entwickeln.", so Dreyer. Das schätze sie sehr. Sie warb für eine stärkere Vernetzung von Ganztagsschule und außerschulischen Bildungsangeboten. Auch die von den kirchlichen Jugendverbänden schon lange geforderte Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre war Gegenstand der Podiumsdiskussion. Dreyer bedauerte, dass sie dieses Ziel bisher nicht habe erreichen können. Sie bedankte sich bei den jugendlichen Podiumsgästen ausdrücklich für deren persönliches ehrenamtliches Engagement und forderte sie auf, weiterhin ihre Ideen in die Gesellschaft einzubringen. 

Mit der gemeinsamen Aktion "Ein Lächeln für die Jugend" kamen die Evangelische Jugend der Pfalz und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Speyer dieser Forderungen bereits auf dem Ökumenischen Kirchentag nach. Auf einem Traktoranhänger waren Jugendliche unterwegs und fragten Kirchentagsbesucher nach ihrem Statement zur Jugendpolitik. 

Verbände präsentierten sich

Im Domgarten zeigten die Jugendverbände der Kirchen, dass ihnen Gemeinschaft im Glauben Auftrag und Ansporn ist. Sie motivierten die Festivalgäste zu sportlichen Höchstleistungen in außergewöhnlichen Disziplinen: Sportstacking ging dabei ebenso an den Start wie Gummihuhngolf. Die Katholische junge Gemeinde war weit über die Bistumsgrenzen hinaus auf dem Jugendfestival vertreten, bot stand up! doch den Rahmen für die Deutsche Meisterschaft im Gummihuhngolf. Angetreten waren 20 KjG-Teams aus ganz Deutschland mit über 100 Teilnehmern. Über den Sieg freute sich am frühen Abend die Mannschaft "Chicken in the Box" aus Köln.

Neben Sport standen auch Kunstaktionen wie die großen Kreidetafeln des Projektes "Bevor ich sterbe" und die filigranen Monumente aus Parketthölzern, die im Laufe des Nachmittags im Pavillion entstanden, auf dem Programm. In Bars und Cafes konnten die Festivalgäste die ruhigen Zeiten des Verbandlebens kennen lernen. Clara, 14, war begeistert: "Ich hätte nicht gedacht, dass ein Angebot von der Kirche so viel Spaß machen kann", sagte die Konfirmandin. "Wir sind den ganzen Tag schon hier unterwegs und es war noch keine Minute langweilig: Kletteraktion, Spielen, Konzert und jetzt chillen hier im Cafe. Super!"

Konzert mit Cris Cosmo am Abend

Am Abend rockte Cris Cosmo die stand up! Festivalbühne. Die Band um Sänger Chris präsentierte in einer gigantischen Bühneshow Musik der Extraklasse. Elemente aus Jazz, Soul, Funk und HipHop gepaart mit Latinoeinflüssen garantierten zusammen mit unkonventionellen Liedtexten und einer überragenden Bühnenpräsenz ein gelungenes Festivalfeeling. Das Publikum ließ sich schnell mitreißen und tanzte dichtgedrängt vor dem Dom. Dabei sind die Texte von Cris Cosmo alles andere als glatt und erzählen von der Sehnsucht nach Frieden und Toleranz. Vor diesem Hintergrund unterstützte Cris Cosmo auch die Spendenaktion stand up! and help für die Flüchtlingshilfe der Kirchen. 

Den Weg für das musikalische Highlight mit Cris Cosmo am Abend hatten Nachwuchsbands aus katholischer und evangelischer Jugend geebnet. Magnetfeld, Maniac´s Mindstorm, Red Circle und First Daze zeigten, was an musikalischer Power in ihnen steckt. Sowohl Coverversionen bekannter Popsongs als auch eigene Lieder brachten die jungen Künstler an den Start und freuten sich über das Lob der Profis, das Cris Cosmo ihnen am Abend aussprach. 

Spirituelle Angebote im Dom und Openair-Jugendgottesdienst

Der Innenraum der Kathedrale war bereits am Nachmittag Rückzugsort für Festivalgäste, die dem Trubel draußen kurz den Rücken kehren wollten. Drinnen war das rollende Domtalksofa, ein offenes Gesprächsangebot, unterwegs. Über ständig wechselnde Ruhesuchende freute sich die Installation "Hier gibt´s was auf die Ohren". Wer sich hier einen der begehrten Plätze auf den Sitzsäcken ergattert hatte, konnte per Kopfhörer abtauchen und Musik und Texte genießen. Ebenso heiß begehrt war der Platz auf dem Sattel des Fahrrads, das mit "50 Kilojoule für Gott" ein Licht zum Leuchten brachte. Ob Taizeandacht oder Singworkshop- die Stimmung im Dom war ruhig und konzentriert. Beleuchter und Tontechniker hatten den uralten Mauern ein junges Gesicht gegeben und ließen den Dom in farbigem Licht erstrahlen. So war die Kathedrale denn auch bis spät in die Nacht hinein Besuchermagnet. Während des Poetryslams und der hochkarätigen Performance "Orgel vs. Schlagzeug" war auch um kurz vor Mitternacht kein Sitzplatz zu finden. Gebannt folgte das Publikum der Improvisation von Drummer Peter Weiner und dem Saarbrücker Organisten Prof. Dr. Joerg Abbing. 

Bereits am frühen Abend hatte der Ökumenische Jugendgottesdienst openair vor der Festivalbühne mit einem ungewöhnlichen Format für Begeisterung gesorgt. Vier Podien inmitten der Gottesdienstbesucher gaben den frei vorgetragenen Texten eine große Präsenz. Viele hundert jugendliche Teilnehmer unterstützten die Bühnenmusiker und sangen mit oder nutzen den mit einer Cajon unterstützten Zwischenruf "stand up!", um sich lautstark zu beteiligen.   

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