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Jubiläum: Katholische Jugend demonstriert Stärke für ihr Jugendhaus

25. November 2017

Die Jugendverbände im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer demonstrierten am 25.11.2017 mit kreativen Protestaktionen für den Erhalt und den Ausbau des Jugendhauses St. Christophorus in Bad Dürkheim. Eigentlich hatte die katholische Jugend das 70jährige Bestehen des BDKJ und 70 Jahre Jugendhaus St. Christophorus feiern wollen. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass das Bistum über eine mögliche Schließung des Jugendhauses an diesem Ort nachdenkt, hatte die katholische Jugend sich mit dem Fest klar für ihr Haus am Standort Bad Dürkheim ausgesprochen. Die Diözesanversammlung tagte am Vormittag und fasste einstimmig den Beschluss, am Erhalt und Ausbau des Jugendhauses festzuhalten. Im Beschlusstext heißt es: „Wir fragen uns: Wie kann es sein, dass wir in einem solchen Prozess, in dem es direkt um die Anliegen und Belange von Kindern und Jugendlichen geht, erst jetzt einbezogen werden? Wir erinnern an den Beschluss der Würzburger Synode: „An der Planung und Ausgestaltung von Jugendhäusern sollen Jugendliche und Verantwortliche der Jugendarbeit beteiligt werden. Jugendliche und Verantwortliche sollen an der Verantwortung für die Nutzung der Jugendhäuser teilhaben.“ (Würzburger Synode: Beschluss Jugendarbeit, OG I, 307). Vor fünf Jahren wurde bereits eines unserer zwei Jugendhäuser geschlossen. Damals wurde uns der Erhalt des Jugendhauses St. Christophorus in Bad Dürkheim zugesichert. Jetzt müssen wir darum bangen. Seit 2002 wurde die Hälfte der Stellen in der Abteilung Jugendseelsorge eingespart. Zudem stehen in den Pfarreien immer weniger Seelsorger_innen für die Begleitung und Unterstützung von Kinder- und Jugendgruppen zur Verfügung. Durch ständige Strukturdebatten werden wichtige Ressourcen in der Kinder- und Jugendarbeit verschwendet oder stehen durch Einsparmaßnahmen nicht zur Verfügung. Mit unserem ehrenamtlichen Engagement leisten wir einen unersetzlichen Beitrag zum Sendungsauftrag. Wir sind die Zukunft der Kirche. Um diesen Beitrag leisten zu können, brauchen wir verlässliche Strukturen und Räume.“ 

Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Generalvikar Franz Jung hatten an der Veranstaltung nicht teilgenommen. Domkapitular Franz Vogelgesang sicherte von Seiten des Bistums zu, die Jugendverbände in die Entscheidung einzubinden. Er machte in seiner Rede aber auch deutlich, dass die Standortfrage weiter offen sei: „Es wird EIN Jugendhaus geben. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. Wo es steht, kommt jetzt in die Diskussion“, sagte Vogelgesang. Der BDKJ positionierte sich klar für den Standort Bad Dürkheim. Mit Aktionen rund um das Christophorushaus machten sie ihre Verbundenheit mit dem Ort deutlich. Am Nachmittag entrollten sie an der Fassade ein 10 Meter breites Banner: „Schließung statt Ausbau?“ war dort zu lesen. Die Frage richtete sich an die Bistumsleitung. Der BDKJ hatte im vergangenen Jahr den Ausbau des Jugendhauses gefordert und sah sich nun mit einer möglichen Schließung konfrontiert. Martin Jochem, der das Jugendhaus leitet, äußerte deutlich sein Unverständnis darüber: Das Haus habe in den vergangenen Jahren viele Zertifizierungen erworben. Die Übernachtungszahlen seien von 9.000 auf 13.000 innerhalb von fünf Jahren erhöht worden. Dabei seien keine zusätzlichen Personalkosten entstanden. Das Haus sei durch seine konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit hin vorbildlich für kirchliche Bildungshäuser. 

Der Einladung zu Jubiläum und Festakt waren viele ehemalige BDKJ-Diözesanvorsitzende, sowie Gäste aus Kirche, Kultur und Politik gefolgt. Unter ihnen war auch Johannes Steiniger (MdB), der seinen Zivildienst im Christophorushaus absolviert hatte. Er machte sich stark für kirchliche Jugendarbeit und den Ort Bad Dürkheim: „Das Jugendhaus St. Christophorus ist ein Identifikationsort und ein Kristallisationspunkt für kirchliche Jugendarbeit“, sagte er. „Sich für den Ort einzusetzen zeigt: Das ist uns wichtig! Auf lange Sicht lohnt sich das auch wirtschaftlich. Partizipation ist wichtig: Wenn ich euch dabei unterstützen kann, dann ruft mich an und wir fahren nach Speyer.“ Seinem Votum für den Ort schloss sich Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld an: „Man kann Gebäude austauschen. Aber: Es bricht Tradition weg und damit viele Verbindungen. Das ist unumkehrbar.“   

Statt des geplanten Hausrundgangs boten die Verantwortlichen aus den Kinder- und Jugendverbänden eine Fotobox und einen Wunschwand an: Mit Bildern und Statements konnten die Gäste ihre guten Wünsche an das Team des Christophorushauses zum Ausdruck bringen. 

>> Den Beschluss "#c_hausunserhaus", sowie zwei weitere Beschlüsse der Diözesanversammlung 2017/2 findet ihr hier.