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Zukunftszeit-Finale: Über 170.000 Stunden für Demokratie und Toleranz

20. September 2017

„Wir stehen hier Hand in Hand – Gemeinsam für ein buntes Land!“ - mit Sprüchen wie diesem haben sich am vergangenen Sonntag, den 17.9. rund 350 junge Menschen in Berlin für eine offene und solidarische Gesellschaft eingesetzt. Mit dabei waren auch zwei Gruppen aus dem Bistum Speyer. Am Samstag, 16.9. hatte der BDKJ Speyer bereits den Aktionsabschluss in Kaiserslautern mit einem Picknick und der Beteiligung am Frei(t)räume-Festival der Evangelischen Jugend der Pfalz gefeiert. Mit der Aktion setzten sich der BDKJ und seine Verbände ein Jahr lang gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für die Integration von Geflüchteten ein.

Die Aktion Zukunftszeit startete im Herbst vergangenen Jahres mit einer Bildungsphase; seit März waren junge Menschen in ganz Deutschland dazu aufgerufen, Stunden des Engagements für und mit Geflüchteten zu sammeln. „Christ sein heißt, politisch zu sein“, erklärt Pfarrer Dirk Bingener, BDKJ-Bundespräses. „Die jungen Menschen haben aus ihrem Glauben heraus gezeigt, was es heißt sich aktiv für die Integration einzusetzen und Menschenfeindlichkeit deutlich zu widersprechen.“ Das gesetzte Ziel von 35.000 Stunden, der Dauer einer Legislaturperiode, war bereits nach zwei Monaten erreicht. Bis heute wurden 172.501 Stunden gesammelt. „Alle, die mitgemacht haben, setzen dem Hass der Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten was entgegen. Jede einzelne Stunde ist eine Stunde für eine vielfältige, eine solidarische und menschenfreundliche Gesellschaft“, so die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier in ihrem Abschlussstatement vor dem Bundeskanzleramt. Sie machte eine Woche vor der Bundestagswahl klar: „Wir wollen keine Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten in den Parlamenten dieses Landes sitzen haben. Wir wollen nicht, dass rechtspopulistische Parteien die politische Themensetzung dominieren, unsere demokratischen Werte erschüttern, den gesellschaftlichen Ton angeben.“

Zum Finale nach Berlin waren teilnehmende Gruppen aus ganz Deutschland eingeladen worden. Mit dabei waren auch eine Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) aus Landau. Bereits am Samstag feierten sie mit verschiedenen Bands den Erfolg der Aktion. Nach einem Gottesdienst am Sonntag folgte die Demonstration mit anschließender Kundgebung vor dem Kanzleramt. Hierzu war auch eine weitere Gruppe des BDKJ Speyer auf Einladung des Bundesverbandes angereist. Die Gruppe hatte gemeinsam mit dem Sänger Cris Cosmo ein Musikvideo produziert, das als „Zukunftszeit-Hymne“ in den Sozialen Netzwerken große Verbreitung fand. Gemeinsam mit Cris Cosmo standen die jugendlichen Musikerinnen und Musiker nun noch einmal in Berlin auf der Bühne. Mit dabei war auch Verena Keller. Die 21-jährige aus Sondernheim erzählt begeistert: „Wir haben im Sommer den Videodreh mit Cris Cosmo gemacht. Das hat schon richtig viel Spaß gemacht. Besonders das Aufnehmen der Tonspur war wirklich lustig! Und dann jetzt direkt von unserem Abschlussevent in Kaiserslautern aus nach Berlin zu fahren und morgens dort auf der Bühne vor dem Kanzleramt zu stehen- das war ein großartiges „Erlebnis-Gesamtpaket!"

Die (bistumsweite) Abschlussverantstaltung am vergangenen Samstag in Kaiserslautern brachte ein halbes Jahr verstärkte ökumenische Zusammenarbeit auf den Punkt: Der Schulterschluss zwischen katholischer und evangelischer Jugend gegen Rechtspopulismus und für eine starke Demokratie fand Ausdruck im gemeinsamen Fest. Während die evangelische Jugend ihr Frei(t)räume-Festival feierte, endete die Aktion Zukunftszeit der katholischen Jugend mit einem Picknick. Im Rahmen eines Gottesdienstes kamen Vertreter beider Organisationen zusammen: Die evangelische Jugend schenkte dem BDKJ eine "Zukunftszeitspende" in Höhe von 1.339 Stunden, welche evangelische Jugendgruppen gesammelt hatten. Der BDKJ bedankte sich mit einer von 95 Friedensthesen, mit welchen die evangelische Jugend sich für Frieden in der Welt stark macht. "Mit unserem Schulterschluss wird deutlich, dass evangelische und katholische Jugendliche Seite an Seite für eine zukunftsfähige Demokratie eintreten. Die Zukunftszeit und die Aktion Frei(t)räume sind beeindruckende Zeichen", sagte BDKJ-Präses Carsten Leinhäuser und ergänzt: "Jugendliche aus beiden Konfessionen haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie die Welt verändern können und wollen!"

Die Aktionsformate, die bei Zukunftszeit dabei waren, waren sehr vielfältig: Auf Ferienfreizeiten, bei Kicker-Turnieren, interkulturellen Stadtrallyes oder Kochabenden wurden der Austausch und die gegenseitige Begegnung von jungen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund gefördert. Bei Demonstrationen, politischen Diskussionen oder in den sozialen Netzwerken machten die jungen Menschen deutlich, für welche Werte sie eintreten. Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) Lachen-Speyerdorf hatten mit eigenen Statementplakaten die Wahlplakate der Parteien kommentiert und ihre eigenen Positionen deutlich gemacht. Auf einem der Plakate heißt es: „Wir haben den Auftrag, uns in die Gesellschaft einzubringen. Dazu gehört, wählen zu gehen.“. Die DPSG Ludwigshafen hatte im Sommer eine Gastgruppe aus Jordanien zu Gast und warb für internationale Gastfreundschaft. Mit einem Social-Media-Camp war der BDKJ Speyer in den Sommerferien gegen Hass und Hetze in den Sozialen Netzwerken unterwegs. Gemeinsam mit der Evangelischen Jugend der Pfalz führte die Wanderung für Demokratie im August knapp 100 Teilnehmer zum Hambacher Schloss. Insgesamt hat der BDKJ Speyer 17.513 Stunden Zukunftszeit gesammelt.

„Zukunftszeit - Gemeinsam für ein buntes Land“ ist eine Aktion des BDKJ-Bundesverbands und seiner Mitglieds- und Diözesanverbände gegen Ausgrenzung und für Vielfalt. Junge Menschen engagieren sich bundesweit für die Integration von Geflüchteten und widersprechen jeder Form von Menschenfeindlichkeit. Mehr zur Aktion auf www.zukunftszeit.de.