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Gegen Rechtspopulismus und -extremismus

Wir sagen: Rechts ist abseits!

Wir finden: Vielfalt tut gut! Die Zunahmen rechtsextremer Gewalttaten, Hetze gegen Minderheiten und Wahlsiege rechtspopulistischer Parteien sind nicht einfach hinnehmbar. Deshalb haben wir von Mai bis Juni 2016- und damit im Vorfeld der Fußball-EM, die für Frieden und Toleranz wirbt- in den Sozialen Netzwerken auf unsere Haltung aufmerksam. Ein Teil der Postings findest du oben in der Bildergalerie.

Mehr Wissen. Mehr gute Argumente. Weiterdenken!

Wir sind sicher: Wer mehr weiß, kann besser argumentieren und klarer Position beziehen. Deshalb haben wir Fachleute interviewt. Sie geben hier nicht nur Antworten, sondern stehen mit ihrer Person auch für eine Initiative, einen Verband oder eine Organisation, die noch mehr sagen kann. 

Wir stellen uns jeder Form von Diskriminierung, Panikmache und geistiger Brandstiftung entgegen. Wir setzen uns ein für eine menschenfreundliche Politik auf der Grundlage der Verfassung unseres Landes.

Glauben. Und Wahlen.

Rechtspopulistische Parteien wie die AfD verbuchen Wahlerfolge. Es sind auch Christen, die zur Wählerschaft zählen. Wir fragen Jugendbischof Wiesemann. Gibt es da einen Zusammenhang?

Kann man als Christ_in die AfD wählen?

Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass alle demokratischen Parteien wählbar sind. Als Christen stehen wir jedoch in der Verantwortung, christliche Maßstäbe an Parteien und Parteiprogramme zu legen, um zu entscheiden, ob wir diese wählen oder nicht. Dabei gibt es auch rote Linien, z. B. wenn die Menschenwürde nicht geachtet wird und Misstrauen oder sogar Hass gegen Andere und Fremde gesät werden. 

Ist Glaube tendenziell ausgrenzend? 

Das Christentum ruft zum Heil aller Menschen auf und grenzt in diesem Sinne niemanden aus. Die menschliche Freiheit gebietet jedoch auch, niemandem den Glauben an den Erlöser aufzuzwingen. Glaube lebt vom persönlichen Bekenntnis, dass immer auch freie Entscheidung ist. Jede Entscheidung positioniert sich für etwas und setzt sich somit auch von etwas anderem ab. Abgrenzung ist aber etwas anderes als Ausgrenzung. 

Unsere Haltung hat Ausdruck in einem bundesweiten Beschluss gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gefunden:

Beschluss der BDKJ-Hauptversammlung "Wir widersprechen- weil wir glauben"

Beschluss Landesjugendring Rheinland-Pfalz: Jetzt gegen Rechte aktiv werden!

Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss aller Bischöfe Deutschlands. Hier findest du Arbeitshilfen, Stellungnahmen u.v.m.

Bischof Wiesemann

Was ist denn eigentlich "Rechtspopulismus"?

Es wird viel gesprochen über "Rechtspopulismus"? Und wir haben einen Beschluss dazu auf Bundesebene: "Wir widersprechen- weil wir glauben". Aber: Was ist das eigentlich genau? Andreas Belz muss es wissen: Er ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR). Wir haben ihn gefragt: 

Was ist eigentlich "Rechtspopulismus"?

Belz: Rechtspopulismus richtet sich in seinem Selbstverständnis gegen gesellschaftliche Minderheiten und die politische Klasse, die er als korrupt, machtbesessen und zu wenig volksnah ansieht. Populisten behaupten, dass nur sie das „wahre Volk", oft auch genannt „die schweigende Mehrheit" vertreten. Populismus ist eine Anti-Establishment-Haltung; der Bezug auf das einzig wahre Volk ist dabei nicht als empirische, sondern als moralische Aussage gemeint. Das Volk, auf das sich der Populist beruft, ist also keine quantitative, sondern eine metaphysische Kategorie. Da jeder Versuch scheitern muss, diese Volkssubstanz näher zu bestimmen, läuft auch jedes Bemühen ins Leere, ihn zu widerlegen. Als rechtspopulistisch werden Gruppierungen bezeichnet, die sich auf einen rassistischen, kulturalistischen oder nationalistischen Volksbegriff stützen und Ungleichwertigkeitsvorstellungen gegen vermeintlich Nicht-Zugehörige formulieren.Darüber hinaus bezeichnet Rechtspopulismus auch eine strategische Option des Rechtsextremismus, die sich demokratischer Mittel bedient, um an gesellschaftliche Debatten anzuschließen. Provokationen sind dabei  kalkuliert und Teil einer Strategie, durch die eine Verschiebung der Grenzen des Sagbaren erreicht werden soll.

Was genau macht die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus?

Belz: Die BAGKR setzt sich dafür ein, dass die Kirchen als Orte demokratischer Alltagskultur und als Mahnerinnen für die universelle Geltung der Menschenrechte sichtbar werden. Die BAGKR fördert in der Verantwortung vor der Geschichte die Auseinandersetzung mit Formen und Inhalten des Rechtsextremismus sowie mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dabei strebt die BAGKR an, dass Kirchen und kirchliche Einrichtungen zu Orten demokratischer Kultur und der Durchsetzung der Menschenrechte werden. Wir knüpfen an die Vorstellungen der internationalen ökumenischen Bewegung für eine gerechte und alle einbeziehende Kirche an. Wir wollen der Bagatellisierung von Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und alltäglichem Rassismus in Kirche und Gesellschaft entgegenwirken und rassistische Vorurteile und Einstellungen auch in unseren Kirchen und ihren Strukturen identifizieren und überwinden (Wir können nur Teil der Lösung sein, wenn wir uns auch als Teil des Problems sehen). Wir suchen Bündnisse mit anderen Initiativen gegen Rechtsextremismus und verstehen diese als Investition in glaubwürdige Kirchen und in die demokratische Kultur in Deutschland. Wir unterstützen eine nachhaltige Arbeit gegen Menschenfeindlichkeit in Kirchen, ihren Einrichtungen und der Gesellschaft. Dazu nutzen wir die Ressourcen der Kirchen und ihrer Gemeinden. Weil wir um die begrenzte Kraft einzelner Personen oder Initiativen wissen, unterstützen wir einen breiten Erfahrungsaustausch und vernetzen die Akteure. 

Hier ist die BAGKR im Netz zu finden

Broschüre "Impulse für den Umgang mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum", BAGKR 2016

Andreas Belz

Fremdenfreundlich!

Dominik Naab ist Bundesvorsitzender der DPSG. Mit der Aktion "Ich bin fremdenfreundlich!" hat die DPSG in den vergangenen Monaten ein großartiges Zeichen gesetzt: Mitten in die Flüchtlingsdebatte hinein hörte und sah man allerorten das DPSG-Label. Stämme haben vor Ort umgesetzt, was der Verband sich auf die Fahnen geschrieben hat: Fremdenfreundlichkeit! Das finden wir großartig und fragten den DPSG-Bundesvorstand: 

Ihr seid fremdenfreundlich. Was heißt das denn ganz kurz erklärt?

Naab: Fremdenfreundlich bedeutet: ich begegne Menschen offen, interessiert und hilfsbereit – als seien sie Teil meines Fußballteams.

Ist Fremdenfreundlichkeit etwas, was „typisch Pfadfinder_in" ist?

Naab: Ja! Wir erleben auf Lager und Fahrten im Ausland immer wieder große Unterstützung von Menschen, die uns bis dato nicht kannten. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen und unserer gelebten christlichen Werte wie Nächstenliebe ist Fremdenfreundlichkeit „typisch Pfadfinden".

Du willst mehr wissen?

Hier findest du den Pfad zur Kampagnenseite der DPSG-Homepage ;)

Dominik Naab