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Das schmeckt nach ...

09. Dezember 2016

Unser Advent hat viele schöne Facetten. Wir verbinden Advent auch mit optischen Eindrücken, speziellen Wohlgerüchen und mit bestimmten Geschmäckern.


Ganz anders geht es vielen armen Familien in Entwicklungsländern. Gerade in der Zeit vor Weihnachten nutzen skrupellose Banden, die Hoffnungslosigkeit dieser Menschen aus. Ihr Weihnachtsessen hat einen ganz bitteren Beigeschmack. Ein Entwicklungshelfer erzählt:

Gerade vor Weihnachten werden arme Familien in den Entwicklungslän-dern von Skrupellosen Banden besucht. Ihnen wird Geld angeboten, damit sie sich und ihrer Familie etwas leisten können. Etwas gutes zu Essen, vielleicht ein paar neue Kleider und auch eine kleine Überraschung für die Kinder. Weihnachten soll doch ein schönes Fest werden. Die Geldverleiher geben sich wie Freunde und machen den Menschen Mut. Wenn es euch wieder besser geht, könnt ihr das Geld zurückzahlen.

Viele Familien fallen darauf herein und nehmen das Geld an. Sie freuen sich, dass sie wenigenstens jetzt ihrer Familie etwas bieten können und irgendwann muss es doch besser werden.

Das Geld ist in kurzer Zeit aufgebraucht und geändert hat sich an ihrer Situation nichts. Ein paar Wochen später, kommen die Geldverleiher wieder und fordern das Geld dann zurück. Natürlich können die Menschen das Geld nicht zahlen. Die Geldverleiher bieten den Eltern eine Lösung an, um aus dieser Notlage herauszukommen.

Sie bieten einen Ausbildungsplatz für die Kinder der Schuldner an. Damit würden die Kinder etwas lernen, hätten etwas zu essen und durch ihre Arbeit könnten die Kinder dann die Schulden der Eltern bezahlen.

Da die Eltern keine andere Wahl haben und sie nachdrücklich bzw. auch mit Gewalt dazu gezwungen werden, geben sie ihre Kinder in die Hände dieser Menschen, die dann die Kinder zur ausbeuterischen Kinderarbeit zwingen. Viele Kinder werden auf diese Art verschleppt und müssen unter unmenschlichen Bedingungen Waren fertigen, die bei uns als angepriesenes Schnäppchen verkauft werden.

Die wenigsten Kinder schaffen es aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen, viele sterben bei dieser Zwangsarbeit.  


Nicht erst mit der fortschreitenden Globalisierung können wir unsere Lebenswelten nicht mehr isoliert betrachten. Die ganze Menschheit ist vernetzt und verstrickt in Handelsabkommen und Abhängigkeiten. Wir bedienen uns aus der ganzen Welt, aber wir dienen nicht der ganzen Welt. - Das schmeckt mir nicht!

Die Unternehmen verzeichnen in Deutschland Verkaufsrekorde. Wir definieren uns häufig durch Konsum und Besitz. Dabei geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Immer mehr Menschen bleiben auf der Strecke und rutschen durch das soziale Netz. - Das schmeckt mir nicht!  

Immer mehr Feindseeligkeit, Terror, Hass, Gewalt und Krieg drängen sich in unser Leben. Unser Leben in Sicherheit, Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden ist bedroht! - Das schmeckt mir nicht!

Christus hat keine Hände,
nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.

Er hat keine Füße,
nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen.

Christus hat keine Lippen,
nur unsere Lippen,
um Menschen von ihm zu erzählen.

Er hat keine Hilfe,
nur unsere Hilfe,
um Menschen Liebe und Leben zu schenken.

                                                                  überliefert aus dem 14. Jhdt

 

Bild / Text: CKN / BDKJ Speyer