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BDKJ Diözesanversammlung setzt sich ein für gewaltfreie Strukturen

20. Juni 2021

(Bad Dürkheim, 20. Juni) An diesem Wochenende tagte die Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer im digitalen Raum. Das höchste beschlussfassende Gremium der katholischen Jugendarbeit im Bistum Speyer traf sich mit den 42 Delegierten, um über u.a. (kirchen)politische Anträge zu beraten und Wahlen abzuhalten.

Wahlen

Thomas Heitz, wurde als Diözesanvorsitzender des BDKJ Speyer mit 36 von 40 Stimmen in seinem Amt bestätigt. Heitz ist seit 2018 Diözesanvorsitzender und kandidierte erneut. Mit Blick auf seine zweite Amtszeit benennt er als oberstes Ziel die Erstellung des Institutionellen Schutzkonzeptes für den BDKJ Speyer: „Der Umgang von Kirche mit dem Thema Missbrauch und sexualisierter Gewalt haben mich in der vergangenen Amtszeit immer wieder zum Nachdenken und Zweifeln gebracht. Meine Kirche und mein Glaube begleiten mich jedoch bereits mein Leben lang und ich halte daran fest. Der Schutz von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und weiteren Schutzbefohlenen muss deshalb für mich, den BDKJ wie auch für das Bistum Speyer oberstes Ziel sein.“ 

Lena Schmidt, die seit 2015 das Amt der Diözesanvorsitzenden begleitete, kandidierte nicht erneut. Sie wird zukünftig als Referentin für Medienethik und digitales Arbeiten in der Abteilung Lernkultur und Schulseelsorge des Bistums Speyer arbeiten. Die Delegierten bedankten sich für die langjährige, konstruktive und auch spaßige Zusammenarbeit und würdigten das Voranbringen des Diözesanverbandes während der sechsjährigen Amtszeit. Die offizielle Verabschiedungsfeier wird auf der zweiten Diözesanversammlung am 11. Dezember voraussichtlich in Präsenz stattfinden. 

Somit besteht der Diözesanvorstand zukünftig aus Andreas Rubel, Geistliche Verbandsleitung,  sowie dem wiedergewählten Diözesanvorsitzenden Thomas Heitz. Zwei Vorstandsstellen (hauptamtlich und ehrenamtlich) bleiben zunächst vakant. 

Anträge

Mit der Einrichtung des Ausschusses Prävention sexualisierter Gewalt bestärkte die Versammlung den Stellenwert der Präventionsarbeit im Bistum Speyer. Der Ausschuss wird sich in den kommenden zwei Jahren mit der Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzepts befassen. Dieses hat das Ziel, die „Achtsamkeitskultur“ sowie den Blick für Risiken in den eigenen Strukturen zu schärfen und tatmotivierten Menschen durch eine klare Haltung ein „Stopp!“ entgegenzusetzen. In den Ausschuss gewählt wurden Alexander Weih, Miriam Günther, Katharina Plöger und Fabian Geib.

Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung

Das Thema Rassismus und Diskriminierung war auf dieser Diözesanversammlung nochmals Thema. Im vergangenen Jahr stellte sich der BDKJ Speyer in seinem Beschluss „Forderung auf Änderung des GG und rassismuskritische Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen“ gegen jede Form von Rassismus, Gewalt und Vorurteilen und gab sich selbst den Auftrag eigenes Verhalten und Strukturen zu überprüfen und zu ändern. Der Vorstand reflektierte in seinem Rechenschaftsbericht einen eigenen Vorfall rassistischen Handelns, der mit der Betroffenen und den Versammlungsmitgliedern besprochen wurde. Die Delegierten zeigten ein großes Bewusstsein für die Auswirkungen rassistischer Handlungen und bekräftigen nochmals ihre Haltungen und die Forderungen auf Grundlage des Beschlusses. Der Diözesanvorstand erklärte in einer Stellungnahme: „Wir mussten leider feststellen, dass wir mit der Anfrage großes Leid bei der angefragten Person verursacht haben. Wir entschuldigen uns dafür vollumfänglich. Für uns ist klar, dass der Vorgang nicht abgeschlossen ist und wir uns weiterhin in einem intensiven Aufarbeitungsprozess mit allen Beteiligten engagieren müssen.“

Kirche für Alle

Die Unterschriftenaktion „Wir wollen eine Kirche für alle!“, die der BDKJ Diözesanvorstand gemeinsam mit den Jugendverbänden des BDKJ Speyer am 19. März als Antwort auf die Absage der Glaubenskongregation zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gestartet hat, wurde auf der Diözesanversammlung offiziell beendet. Andreas Rubel, geistliche Verbandsleitung des BDKJ Speyer, nahm dies zum Anlass, um das Thema auch im Gottesdienst zu reflektieren: „Die Aktion hat uns in den letzten Wochen begleitet und hat uns in den Verbänden sehr beflügelt. Für uns ist klar, dass alle Beziehungen von Menschen, genauso wie sie lieben und mit wem sie leben die Botschaft von Gottes Bund widerspiegeln und somit gesegnet werden müssen.“ Um auch nach Abschluss der Unterschriftenaktion zu zeigen, dass Liebe keine Sünde ist, haben Delegierte zu einer Postkartenaktion aufgerufen. 

Trotz einiger technischer Hürden zieht die scheidende Diözesanvorsitzende Lena Schmidt eine positive Bilanz: „Nach anderthalb Jahren Pandemie konnten wir deutlich wahrnehmen, wie geübt die Delegierten mittlerweile in digitaler Partizipation sind. „Auch meine letzte Diözesanversammlung als Vorsitzende war geprägt von einem verantwortungsvollen und konstruktiven Austausch. Es war mir eine Ehre in den letzten sechs Jahren Diözesanvorsitzende gewesen sein zu dürfen!“

 

Hier gehts zum Beschluss "Gründung eines Ausschusses Prävention sexualisierter Gewalt".