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Schulstreik in Kaiserslautern / (c) privat

"Die „Profis“ haben lange genug nichts getan"

15. März 2019

Heute sind viele Schüler*innen für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Auch Felix Orth, BDKJ-Dekanatsvorstand Kaiserslautern, war mit dabei und hat im Vorfeld mit organisiert. Wir haben mit Felix darüber gesprochen, was ihn antreibt, wie er es mit den „Profis“ hält und was ihn stolz macht.

Warum bist du heute dabei gewesen?

Weil das Thema dringlich ist. Es geht uns alle an, besonders uns Junge, da es unsere Zukunft ist. Man schaue sich nur einmal das Wetter dieses Jahres an: Wir hatten bereits in nicht einmal drei Monaten alle Extreme. Selbst ich, der ich erst 18 Jahre auf dieser Erde verweile, kann erkennen, dass sich die Jahreszeiten verschieben. Und das liegt an unserer politischen Vertretung, die es versäumt hat, zu handeln. Deshalb treten wir ihr auf die Füße, damit sie unser aller Geschenk, unsere Schöpfung, rettet.

Wie fühlt es sich an zu wissen, dass allein in Deutschland mehr als 200 Fridaysforfuture Demos stattgefunden haben?

Das macht uns als Organisatoren stolz, wir fühlen uns nicht allein. Es zeigt, dass die Debatte endlich in der Öffentlichkeit angekommen ist, die Zeitungen beherrscht und in den Köpfen der Menschen präsent ist. Jetzt geht es nur noch darum, tatsächlich etwas zu bewegen. Ich glaube, je mehr dieser großen Zeichen wir setzen, desto näher kommen wir dem Punkt, an dem wir unsere Politik zum Handeln zwingen.

Es gibt Politiker*innen, die behaupten, dass Kinder und Jugendliche globale Zusammenhänge nicht verstehen können und dies lieber Profis sollten. Wie stehst du dazu?

Wer so etwas behauptet, vertraut unserem Schulsystem nicht. Ich werde diese Politiker*Innen an dieser Stelle nicht so verspotten, wie wir es in unserem Sozialkunde Leistungskurs gerne getan haben, aber ich sage, sie werden wohl selbst noch einmal in die Schule müssen, wenn sie das glauben. Die „Profis“ haben lange genug nichts getan, wir können nicht länger darauf warten, dass sie sich noch stärker mit der Wirtschaft verweben und damit jeden weiteren Fortschritt blockieren. Dabei wäre eine 90%ige Recyclingrate längst möglich und überfällig, es geht uns wirtschaftlich gut genug, als dass wir uns radikale Veränderungen leisten können; die „Profis“ sind nur zu gierig dafür.

Wir bedanken uns bei Felix und allen Schüler*innen für ihr politisches Engagement! Danke auch an unsere Jugendreferentin Katrin aus Kaiserslautern, die das Interview geführt hat!