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Ulrike Weber an ihren neuen Arbeitsplatz vor dem Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim.

#c_hausunserhaus hat eine neue stellvertretende Hausleitung

22. Juni 2018

Ulrike Weber (36) ist seit 1. Juni 2018 stellvertretende Hausleitung des Jugendhauses St. Christophorus in Bad Dürkheim. Sie tritt die Nachfolge von Christa Wipplinger an. Wipplinger hatte das Jugendhaus seit 2001 gemeinsam mit Martin Jochem geleitet und war im März in den Ruhestand gegangen.

Weber bringt vielfältige Erfahrungen aus dem pädagogischen und sozialen Bereich mit. Sie hat zudem eine handwerkliche Ausbildung und eine zusätzliche Ausbildung im Bereich Verwaltung. An ihrem neuen Arbeitsort hofft sie, auch von ihrem jugendverbandlichen Hintergrund zu profitieren. Das Jugendhaus St. Christophorus ist in der inhaltlichen Arbeit eng verbunden mit den katholischen Jugendverbänden des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Speyer. Im BDKJ-Mitgliedsverband Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) Speyer ist Weber seit vielen Jahren engagiert. Mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt die gebürtige Speyrerin in ihrer Heimatstadt.

Über ihren neuen Arbeitsort sagt sie: „Das Haus ist nicht nur Erlebnisort für die eigenen Verbände, sondern auch für viele Gruppen, die sonst mit dem Glauben oder den Jugendverbänden nicht in Kontakt kämen. Es bezieht seine Waren aus dem Fairen Handel und achtet auf Bioqualität, sowie regionale Angebote. Als Kunde der Lebenshilfe leistet das Haus einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung. Im Christophorushaus wird also deutlich, wofür der BDKJ steht.“

>> Ulrike Weber im Interview

Frau Weber, welche Erfahrungen bringen Sie in die neue Stelle ein?

U.W.: Aufgewachsen bin ich in der - damals noch - Dompfarrei und war immer schon in der Gemeinde engagiert, ab 1995 dann Pfadfinderstamm der Dompfarrei. Meine Schwerpunkte in der DPSG-Arbeit waren und sind die Jungpfadfinderstufe (11-13 Jahre), die Behindertenarbeit, Vernetzung und Einbindung Ehemaliger, der Jugendzeltplatz Kaiserbachtal und die Ausbildung der Leitenden. Wichtig sind mir auch die Themen Nachhaltigkeit und Fairer Handel.

Beruflich vereine ich inzwischen Handwerk, Pädagogik und Verwaltung. Ich bin Gesellin im Metallhandwerk, Arbeitserzieherin und Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen. Das bedeutet, dass ich Arbeit aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachten kann und unterschiedliche Lebenswelten kenne. Die letzten Jahre habe ich als Gruppenleiterin in der Wichern-Werkstätten in Speyer gearbeitet und Menschen mit psychischer Erkrankung bei ihrer beruflichen Rehabilitation begleitet.

Das Jugendhaus in Bad Dürkheim ist eng mit dem Verbandsleben von Kindern und Jugendlichen im Bistum Speyer verbunden. Das zeigte sich zuletzt, als der Erhalt des Hauses am Standort Bad Dürkheim im vergangenen Jahr in Frage gestellt wurde. Was verbinden Sie persönlich mit dem Jugendhaus St. Christophorus („C-Haus“)?

U.W.: Das C-Haus besuche ich seit meiner Kindheit. Ich war dort als Kommunionkind und als Meßdienerin zu Gast. Als Jugendliche war ich mit den Firmlingen dort und danach regelmäßig als DPSGlerin. Hier ist also so einiges passiert, was mich in meiner Entwicklung geprägt hat. Kickerturniere, Nachtwanderungen zur Limburg, endlos scheinende und anstrengende Diskussionen zu "unnötigen" Themen, bahnbrechende Beschlüsse, meine Woodbadge-Ernennung, meine Wahl zur Diözesanvorsitzenden der DPSG - einige andere Wahlen und Verabschiedungen von Leitungen, Nächte auf der Treppe und in Rick´s Café, also immer zu wenig Schlaf...(lacht) Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und ich höre jetzt lieber auf, bevor ich weiter ins Schwelgen gerate, und weiter vor mich hin schmunzle…

Ich verbinde mit dem Haus aber auch die flexiblen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dann doch immer mit dem Essen auf uns Jugendliche warten mussten und trotzdem immer freundlich waren. Sie haben es möglich gemacht, dass alle etwas zu essen bekamen, auch wenn nur die Hälfte der Personen wirklich gemeldet war... Martin Jochem ist es gelungen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, die auf die Bedürfnisse von Kinder- und Jugendgruppen abgestimmt ist.

Sie beschreiben Ihre Aufenthalte im Jugendhaus aus der Sicht der Jugendverbandlerin. In welcher Verbindung sehen Sie das Jugendhaus – aktuell und zukünftig - zu den Verbänden des BDKJ?

U.W.: Als Mitglied eines im BDKJ vertretenden Jugendverbands erlebe ich die wichtige Vertretungsarbeit des BDKJ innerkirchlich und politisch. Der BDKJ gibt den Verbänden damit Raum und Rückendeckung für ihre Arbeit. Und das kompetent und auf hohem Niveau. Das C-Haus ist für mich ein Paradebeispiel dafür. Hier gibt der BDKJ als Träger Kinder- und Jugendlichen in den Verbänden günstige, kinderfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten, Raum zum Spielen, Toben, Diskutieren, Innehalten und zum Erleben ihres Glaubens. Außerdem trägt er durch dieses Haus seine Werte und Ansichten nach außen: Das Haus ist nicht nur Erlebnisort für die eigenen Verbände, sondern auch für viele Gruppen, die sonst mit dem Glauben oder den Jugendverbänden nicht in Kontakt kämen. Es bezieht seine Waren aus dem Fairen Handel und achtet auf Bioqualität sowie regionale Angebote. Als Kunde der Lebenshilfe leistet das Haus einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung. Im Christophorushaus wird also deutlich, wofür der BDKJ steht.

Frau Weber, Sie verweisen oben auf Ihre Wahl zur Diözesanvorsitzenden 2007. Sie haben viel Leitungserfahrungen im Jugendverband gesammelt. Jetzt übernehmen Sie Verantwortung im Jugendhaus. Wie beschreiben Sie Ihren Leitungsstil?

U.W.: Mir ist es wichtig, Gruppen situativ zu leiten, also angemessen zu reagieren. Im Umgang mit den Gästen wird es wichtig sein ein gutes Verhältnis aufzubauen, Grenzen zu setzen und dennoch flexibel zu bleiben. Die Mitarbeiterinnen hier im Haus sind die Expertinnen in ihrer Arbeit. Sie üben ihre Tätigkeit schon länger aus als ich. Für mich ist das ein Vorteil, ich sehe mich da in der ersten Zeit eher als Lernende und möchte ihnen wertschätzend und kooperierend begegnen.

Was möchten Sie in Ihrer neuen Funktion zuerst in die Hand nehmen?

U.W.: Ich möchte das Konzept des Hauses und dessen Mehrwert deutlicher nach außen zu tragen und weiterentwickeln. Auch gibt es ein paar "Ecken", die vielleicht besser zur Geltung kommen könnten oder optisch verschönert  werden könnten. Die Belegungszahlen und die Kundenzufriedenheit sind momentan sehr gut, da möchte ich natürlich mitarbeiten, dass das so bleibt. In meiner Einarbeitungszeit werde ich nun die Abläufe und Möglichkeiten kennen lernen und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Austausch kommen. Die Tage, an denen ich jetzt schon dort war, bin ich sehr herzlich und offen empfangen worden.

Und vor welcher Aufgabe haben Sie großen Respekt?

U.W.: Schwierig kann es werden, wenn sich die Gruppen untereinander nicht verstehen oder es da Abstimmungsprobleme gibt. Da den Überblick zu haben, welche Gruppe was an Räumen und Medien gebucht hat wird für mich am Anfang bestimmt auch noch eine Herausforderung. Im Bereich der Hausverwaltung gibt es einige Themenfelder, mit denen ich noch wenig Berührung hatte. Wenn da Entscheidungen zu treffen sind, bin ich froh, das nicht alleine tun zu müssen. Da geht es vor Allem darum, welche Geräte, Baumaßnahmen usw. geeignet sind.