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DV setzt sich ein für die Enttabuisierung von Menstruation

11. Dezember 2021

BDKJ Diözesanversammlung setzt sich ein für die Enttabuisierung von Menstruation

Diözesanversammlung fasst neun Beschlüsse | Demokratie in Kirche – Jetzt! gefordert | Sensibilisierung für antisemitismuskritische Sprache

(Bad Dürkheim, 11.12.21) Wie auch schon im Sommer, tagte auch die zweite Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer 2021 digital und dezentral. Während der eintägigen Versammlung standen die Debatte und Beschlussfassungen der insgesamt zehn Anträge im Mittelpunkt.

Enttabuisierung von Menstruation

Auf Antrag des Mitgliedsverbandes Junge Kirche Speyer (JUKI) sowie des Frauenausschusses des BDKJ Speyer diskutierte die Versammlung einen Antrag zur Enttabuisierung von Menstruation. Diese gehört zur Lebensrealität von jungen Menschen und sollte deshalb kein schambelastetes Thema sein, so geht es aus dem Antragstext hervor. Gemäß des Antrages wird sich der BDKJ mit dem Thema auseinandersetzen und entsprechendes Bildungs- und Informationsmaterial erarbeiten, das auf geeigneten Wegen für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich gemacht werden soll. Zudem wird überprüft, inwiefern eine kostenlose Bereitstellung ökologischer Menstruationsartikel in den Räumlichkeiten des BDKJ möglich ist. Johannes Zürker und Aaron Metz, Diözesanleitungen der JUKI Speyer, sind begeistert über die Verabschiedung des Beschlusses: "Wir freuen uns sehr, dass der Antrag auf breite Unterstützung gestoßen ist. Wir erhoffen uns dadurch eine zeitnahe Enttabuisierung von Menstruation und hoffen, dass der BDKJ dadurch einen weiteren Schritt in Richtung Gleichberechtigung aller Geschlechter gehen und ein Zeichen gegen Periodenarmut setzen kann."

Antisemitismuskritische Sprache

Zudem diskutierte die Versammlung über einen Antrag zu antisemitismuskritischer Sprache im BDKJ und beschloss im Zuge dessen, dass antisemitische Begriffe nicht Teil des aktiven Sprachgebrauchs in Wort und Bild sein dürfen. „Leider finden sich in unserem alltäglichen Sprachgebrauch immer noch antisemitische oder diskriminierende Begrifflichkeiten, die beispielsweise während der Kolonialzeit oder des Nationalsozialismus geprägt wurden. Wir sehen es als unsere Aufgabe, ein Bewusstsein zu schaffen und die Begrifflichkeiten zu ersetzen“, erklärte Thomas Heitz, Diözesanvorsitzender des BDKJ Speyer.

Demokratie in Kirche – Jetzt!

Nachdem auf der Diözesanversammlung des Bistums Speyer die Vision des Bistums verabschiedet wurde, beschloss die BDKJ-Versammlung erneut ein Positionspapier, in welchem sie „Demokratie in Kirche – Jetzt!“ fordert. Andreas Rubel, Geistlicher Verbandsleiter des BDKJ Speyer, erklärt: „Der aktuelle Entwurf der gemeinsamen Vision lässt demokratische Strukturen aus. Lediglich im Begriff der Partizipation und Synodalität wird sie implizit mitgedacht. Partizipation darf allerdings nicht zum Alibi-Schlagwort werden. Katholik*innen müssen in allen Gremien und auf allen Leitungsebenen demokratisch mitentscheiden dürfen!“

Weitere Anträge

Auch im kommenden Jahr wird es nach Beschluss der Versammlung eine politische Bildungsfahrt mit neuem Ziel Hamburg geben. Damit kann im dritten Jahr in Folge eine Bildungsfahrt mit Fokus auf die Politik und Geschichte Deutschlands angeboten werden. Darüber hinaus wurden die Teilnahme an der diözesanen Wallfahrt nach Assisi, ein Ökumenisches Festival gemeinsam mit der ev. Jugend der Pfalz in 2023 sowie zwei Anträge zur Geschäftsordnung und ein Termin-Antrag beschlossen.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Lena Schmidt, ehemalige Diözesanvorsitzende des BDKJ Speyer, verabschiedet. Die aufgrund des Pandemiegeschehens vom Sommer in den Winter verschobene Verabschiedung konnte dennoch nur digital durchgeführt werden.