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#LeaveNoOneBehind

05. Mai 2020

In unserem Land fürchten sich Menschen um ihre Gesundheit und sorgen sich um ihre Familien. Viele bleiben solidarisch Zuhause, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Unsere eigene Angst lässt dabei aber schnell vergessen, dass es mehr als 40.000 Menschen in Europa gibt, die sich nicht schützen können – das sind vor allem geflüchtete Menschen an den EU-Außengrenzen. Hinzu kommen Alte, Arme, Obdachlose und Immunschwache.

Insbesondere die Situation auf den griechischen Inseln spitzt sich seit Jahren immer weiter zu.

 

Die Lebenssituation in den Lagern vor Ort und an der dortigen Grenze ist katastrophal. Die Schutzsuchenden erleben extreme Gewalt und eine offenbar systematische Willkür. Menschenrechte und das Recht auf Asyl scheinen in vielen Bereichen in Frage gestellt zu werden. Die Situation vor Ort erweckt den Eindruck, dass eine Verbesserung der Bedingungen in den Lagern bewusst vermieden wird, um weitere Schutzsuchende abzuschrecken.

Es fehlt an medizinischer Versorgung, und die Schutzsuchenden sind der Pandemie schutzlos ausgesetzt.

Bereits vor über einem Monat gaben neben Deutschland sieben weitere EU-Staaten-Frankreich, Finnland, Irland, Portugal, Luxemburg, Kroatien und Litauen -ihre Zusage, 1.600 Kinder und andere gefährdete Flüchtlinge aus den überfüllten Flüchtlingslagern von den griechischen Inseln aufzunehmen. Von der Erfüllung dieser Zusage sind die Länder weit entfernt.

Mehr als 42.500 Geflüchtete leben seit Jahren in den Lagern auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios- mit einer Kapazität von lediglich 6.000 Plätzen. Insgesamt sollen rund 5.500 unbegleitete Minderjährige in den Lagern leben, neun von zehn jungen Menschen sind unter 14 Jahre alt, also Kinder.

„Obwohl unzählige Hilfsorganisationen, Prominente, Kirchenvertreter*innen und viele andere die sofortige Räumung der Lager fordern, passiert nichts“ zeigt sich Thomas Heitz, BDKJ-Diözesanvorsitzender verärgert.

Die versprochene Anzahl der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, in sicheren Ländern aufzunehmen, darf nur ein Anfang sein. Die Lager müssen evakuiert werden und die Menschen in die aufnahmebereiten Länder und Kommunen verteilt werden, dass sie dort medizinische Versorgung erhalten, fordert der Diözesanvorstand des BDKJ Speyer. Wir erwarten von Europa, dass es den humanitären Werten und Pflichten, dem es sich selbst verschrieben hat, gerecht wird. Die Menschenrechte müssen gewahrt und der Zugang zu Schutz und Asylverfahren wieder hergestellt werden. Europa muss hier gemeinsam handeln, aber Deutschland kann hier Vorbild sein, resümiert Heitz.

„Dieses Thema lässt uns keine Ruhe. Wir haben deshalb bereits die Mitglieder des Bundestages aus unserem Bistum angeschrieben und sie dazu aufgefordert, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um den Schutzsuchenden in den EU-Lagern einen Ausweg zu zeigen. Das sollten alle tun um den Druck weiter zu erhöhen.“ berichtet Lena Schmidt, Diözesanvorsitzende.

Derzeit sind es acht junge Frauen, die auf dem Landauer Rathausplatz auf die verheerende Situation von Geflüchteten in den Lagern in Griechenland aufmerksam machen. Sie greifen mit einem Hungerstreik zu drastischen Methoden um nachdrücklich auf die Brisanz des Themas aufmerksam zu machen.
Clara Reis ist Initiatorin des Streiks, Schülerin der katholischen Maria-Ward-Schule und Preisträgerin des bischöflichen Maria-Ward-Preises.

„Wir sind stolz auf die jungen Frauen, die atkiv werden, und unterstützen sie in ihrer Haltung und ihren Forderungen. Wichtig ist uns dabei natürlich, dass die Frauen auf ihre eigene Gesundheit achten.“ äußert Andreas Rubel, Geistlicher Verbandsleiter des BDKJ Speyer.

Der Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband von sieben Kinder- und Jugendverbänden in der Pfalz und im Saarland. Er vertritt die Anliegen von rund 6.500 Kindern und Jugendlichen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Mehr: www.bdkj-speyer.de