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Bild: Pixabay

Mehr Frauen in Leitungspositionen

24. Oktober 2018

Am 26. September tagte die Delegiertenversammlung des Frauenforums im Bistum Speyer. Dieses ist ein die Bistumsleitung beratendes Gremium, das die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Frauen in der Diözese vertritt. Den Delegierten aus den verschiedenen Berufsgruppen und den Verbänden war es wichtig zur aktuellen Diskussion anlässlich der MHG-Studie und in Bezug auf Veränderungen in der Kirche Stellung zu beziehen. Die Delegierten begrüßen das hohe Engagement der Bistumsleitung die Fälle im Bistum aufzuarbeiten und erste Konsequenzen zu ziehen. Sie möchten aber auch zu weiteren Veränderungen raten und diesen Gestaltungsprozess aktiv unterstützen. Ein erster Schritt ist ein offener Brief an die Bistumsleitung, den die neugewählten Sprecherinnen (Ute Garth für die Berufsgruppe der Pastoralreferentinnen; Marie-Christin Mayer und Lena Schmidt für den BDKJ) im Auftrag der Versammlung formulierten:

 

Offener Brief an die Bistumsleitung 8. Oktober 2018



Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Wiesemann,
sehr geehrter Herr Generalvikar Sturm,


mit Spannung haben wir die Pressekonferenz am 25. September zur MHG-Studie verfolgt. Generalvikar Andreas Sturm fand bei der begleitenden Pressekonferenz klare Worte zu den nun zu ergreifenden Maßnahmen, wo und wie Kirche sich verändern muss.
Wir, die Sprecherinnen des Frauenforums im Bistum Speyer, begrüßen die Entscheidung, Fachleute von außen zu der Arbeitsgruppe, die die Fälle im Bistum Speyer aufarbeiten soll, einzubeziehen. Die Aufarbeitung muss offen geführt werden, und es müssen auch Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden.
Ebenfalls positiv zu bewerten ist der Schritt, die Stelle der Präventionsbeauftragten aufzustocken und nun paritätisch zu besetzen. Auch andere entscheidende Stellen im Bistum, beispielsweise die Leitung der Ausbildung im Pastoralseminar, sind aus unserer Sicht paritätisch zu besetzen.
Im wichtigsten Beratungsgremium des Bischofs, dem Allgemeinen Geistlichen Rat, ist bisher keine Frau vertreten. Wir fordern Sie auf, mutig und konsequent den Schritt zu gehen, und Frauen auch in den Allgemeinen Geistlichen Rat hinzuzuziehen. Auch weitere wichtige Gremien, wie der Personalausschuss, der Diözesanvermögensverwaltungsrat oder der Diözesansteuerrat, sind bisher fast ausschließlich mit Männern besetzt. Es muss jetzt etwas geschehen. Wir müssen die klerikalen Strukturen aufbrechen. Ein erster wichtiger Schritt wäre in diesem Zusammenhang auch die paritätische Besetzung der Hauptabteilungsleitungen im bischöflichen Ordinariat.
Mit Blick auf unsere Strukturen sehen wir auch in den Pfarreien Handlungsbedarf. In jedem hauptamtlichen Team müssen beide Geschlechter vertreten sein und die Leitungen mit gutem Beispiel paritätisch besetzt sein.
Verbunden mit unserer Forderung nach Gleichberechtigung in der kirchlichen Verwaltung, braucht es in der katholischen Kirche vor allem auch erste konkrete Schritte, die den Zugang von Frauen zu Weiheämtern ermöglichen. Es darf keine Denkverbote mehr geben.
Als Sprecherinnen des Frauenforums, das als Vertretung aller ehrenamtlich und hauptamtlich engagierten Frauen im Bistum fungiert, erkennen wir unsere Aufgabe innerhalb der Veränderungsprozesse in unserer Kirche und unserem Bistum an. Daher wollen wir uns auch aktiv bei der Gestaltung dieser einbringen.
Mit freundlichen Grüßen
Ute Garth Marie-Christin Mayer Lena Schmidt
Sprecherinnen des Frauenforums im Bistum Speyer

 

Der komplette Brief zum Downloaden