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Bild: Katholikentag 2019

Stellungnahme des BDKJ-Diözesanvorstandes Speyer zur Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien der Kleruskongregation

22. Juli 2020

Für den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Speyer und seine Mitgliedsverbände ist Mitbestimmung von Kindesbeinen an ein zentrales Thema. Kinder und Jugendliche lernen Verantwortung zu übernehmen, Position zu beziehen und vor allem Leitung auszuüben. Bereits Jugendliche werden auf Schulungen mit dem Ziel, Leitung zu übernehmen, weitergebildet und setzen sich auch im Erwachsenenalter weiterhin in Kirche ein, übernehmen Leitung oder Personalverantwortung auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Ausdrücklich machen wir uns stark, in Pfarreien Leitungsteams zu etablieren. In unserer Diözese sehen wir die Formen von ermöglichender Leitung sowie die ersten Schritte hin zu einem Pfarreileitungsmodell von Lai*innen und Priestern als gute und wichtige Schritte zu einem Teamverständnis, das unter anderem im BDKJ Speyer sehr erfolgreich praktiziert wird und das wir uns auch in anderen Bereichen von Kirche wünschen – insbesondere in den Leitungsstrukturen von Pfarreien.

„Wir haben Sorge, dass dringend erforderliche und erfolgversprechende Reformen nicht nur gestoppt werden, sondern sogar rückgängig gemacht werden könnten. Wir stellen uns auch die Frage, inwieweit durch die Instruktion unsere Teams sowie die Leitungsteams der Jugend- und Dekanatsverbände tangiert werden.“, so Thomas Heitz, BDKJ-Diözesanvorsitzender.

Ebenfalls bereitet uns Sorge, in welche Richtung die für uns wichtigen Prozesse wie synodaler Weg auf Bundesebene sowie Visionsprozess Segensorte auf Bistumsebene weitergedacht und weitergeführt werden können. Die Aufforderung der deutschen Bischöfe zur Beteiligung am synodalen Weg und unseres Diözesanbischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann zur Partizipation am Visionsprozess Segensorte macht deutlich, dass den deutschen Christ*innen umfängliche Kompetenzen Kirche mitzugestalten und zu leiten zugesprochen werden, was der Instruktion nun diametral gegenübersteht. Getaufte bringen sich mit ihren Charismen und Fähigkeiten ein und werden bei den Entscheidungen außen vorgelassen? Das widerspricht unserer Haltung im BDKJ vollkommen.

Neben der Beteiligung von Lai*innen und Priestern an der künftigen Gestalt von Kirche, gehört für uns Partizipation in den künftigen Leitungsmodellen unabdingbar zu einer zukunftsfähigen Kirche in Deutschland. Wir unterstützen Generalvikar Andreas Sturm in seiner Stellungnahme „Leitung im Team nicht Bedrohung, sondern Chance“. Der Weg neue Leitungsmodelle zu finden, muss zum Ziel haben, dass Leitungsverantwortung gleichberechtigt von Lai*innen und Priestern wahrgenommen werden kann.

Die Ermunterungen von Papst Franziskus, synodal Kirche zu gestalten und theologisch nicht in engen Grenzen zu denken und sich auch über umstrittene Themen offen auseinander zu setzen, erhalten nun einen mächtigen Dämpfer.

„Der BDKJ hat jahrzehntelange Erfahrungen in Leitungsmodellen zu denen Lai*innen und Priester gehören. Die Zeichen der Zeit rufen regelrecht nach solchen Modellen in anderen Bereichen von Kirche. Viele Menschen wurden und werden gestärkt durch gemeinsame Leitungsverantwortung. Im Team können die Charismen von mehreren Teammitgliedern zur Entfaltung gebracht und auf weiten Raum gestellt werden,“ erklärt Andreas Rubel, Geistliche Verbandsleitung des BDKJ Speyer.

Wir hoffen, dass viele junge Menschen und Erwachsene sich jetzt umso mehr für Themen wie Beteiligung von Lai*innen in der Kirche, für demokratische Formen und für eine transparente und wertschätzende Kirche einsetzen. Verständnis zeigen wir für alle Enttäuschten.

Stellungnahme des BDKJ Diözesanvorstandes zur Instruktion der Kleruskongregation zur pastoralen Umkehr der Pfarreien vom 20. Juli 2020