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Stellungnahme - Sexualisierte Gewalt muss in unserer Kirche der Vergangenheit angehören!

15. Dezember 2020

Es ist nicht neu, dass in unserer Kirche sexualisierte Gewalt geschieht und die Täter von Verantwortungsträgern in der Vergangenheit geschützt wurden. Die neuen Berichte bestürzen uns dennoch zutiefst.

Wir in den katholischen Jugendverbänden sind in Gedanken bei den Betroffenen und schenken ihnen unser Mitgefühl. Gleichzeitig wollen wir versprechen uns unermüdlich gegen sexualisierte Gewalt in unserem Bistum und darüber hinaus einzusetzen. Unsere Forderung, die Aufarbeitung transparent weiter zu führen, bleibt bestehen. Es ist unumgänglich, dass sich unser Bistum zeitnah den Aufgaben der strukturellen Aufarbeitung und der eigenen Verantwortung als Kirche stellt. Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind getan und wir schließen uns der Meinung der Bistumsleitung an, dass es eine Aufarbeitung nur mit Betroffenen geben kann und sie in die Aufarbeitungskommission einbezogen werden. Auch wenn es in der aktuellen Zeit größerer Hürden bedarf, muss dies schnellstmöglich erfolgen.

Jeder Einzelfall ist dramatisch, doch dieser Fall zeigt, dass auch in unserem Bistum sexualisierte Gewalt systematisch durchgeführt wurde. Sexualisierte Gewalt muss in unserer Kirche der Vergangenheit angehören! Deshalb muss neben der Aufarbeitung die Präventionsarbeit im Fokus kirchlichen Handelns stehen und die eigenen Strukturen überprüft werden. Es bedarf mehr als nur regelmäßige Schulungen der Ehren- und Hauptamtlichen. Die Institutionellen Schutzkonzepte müssen schnellstmöglich erstellt werden, um Risiken zu erkennen, ihnen entgegen zu wirken und um Beschwerdewege und Handlungsleitfäden transparent zu machen. Aus unserer Sicht ist die Präventionsarbeit noch weiter ausbaubar. Dazu braucht es personelle Ressourcen.

Was nach einem solchem Bericht bei uns bleibt, ist Ohnmacht. Gerade erst haben wir ein Positionspapier zur Vision von Kirche beschlossen, weil wir als Bund der Deutschen Katholischen Jugend an die Werte, Ideen, Zukunftsfähigkeit und Chancen, die das Christentum bietet, glauben! Strukturen und Traditionen der Institution Kirche sind aber kein Teil unseres christlichen Glaubens. Strukturen müssen immer auf dem Prüfstand stehen und im Kontext einer sich wandelnden Gesellschaft veränderbar sein. Es ist nicht einfach in diesen Tagen einer Kirche anzugehören, die solche Ereignisse in ihre Geschichtsbücher schreibt. Was wir brauchen sind konkrete Perspektiven, damit Kirche in Zukunft keinen Nährboden mehr für solche Taten bietet.

Gezeichnet Lena Schmidt, Thomas Heitz und Andreas Rubel – Diözesanvorstand des BDKJ Speyer