Zum Hauptinhalt springen
katholisch
politisch
aktiv

Stellungnahme zum Missbrauchsgutachten

25. Januar 2022

(Speyer, 25.01.22) Am vergangenen Wochenende hat sich der Diözesanvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer bereits der Stellungnahme des BDKJ auf Bundesebene angeschlossen. Darin geht es um das „Gutachten 2022 zu sexuellem Missbrauch im Bereich der Erzdiözese München und Freising“ vom 20. Januar 2022.

„Das Ausmaß der dort festgestellten Taten sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen haben uns schockiert.“, sagt Thomas Heitz, Diözesanvorsitzender des BDKJ Speyer, „Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen.“ Weiterhin setzen wir uns vehement für die vollkommene Aufklärung von Missbrauch und Vertuschung ein und fordern diese von der Institution sowie den Verantwortung tragenden Bischöfen und weiteren Verantwortlichen. Wir schämen uns für die Institution Kirche und deren führenden Vertretern bis hin zum emeritierten Papst Benedikt, der als Erzbischof von München und Freising von 1977 bis 1982 Leitungsverantwortung innehatte. Insbesondere verurteilen wir das Bestreiten der Teilnahme Ratzingers an der damaligen Sitzung zur Einstellung des missbrauchenden Priesters. „Ein solches Verhalten trägt dazu bei, dass Machtstrukturen aufrechterhalten und Täter weiter sexualisierte Gewalt ausüben können.“ sagt Thomas Heitz.

„Uns als BDKJ Speyer erschüttert zudem, dass dem aus dem Bistum Speyer stammenden Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter Fehlverhalten im Gutachtens nachgewiesen wird“, äußert Andreas Rubel, Geistliche Verbandsleitung im BDKJ Speyer. Friedrich Wetter war von 1968 bis 1982 Bischof von Speyer. In seiner Heimatstadt Landau in der Pfalz wurde er zum Ehrenbürger ernannt und der Platz vor der Marienkirche trägt seinen Namen. Auch wenn noch keine abschließende rechtliche Beurteilung vorgenommen werden kann, sind diese Ehrenbezeugungen bereits jetzt für uns nicht mehr tragbar, zumal viele junge Menschen gerade diesen zentral gelegenen Platz frequentieren. Wir erwarten die Übernahme von persönlicher Verantwortung.

Die Frage, inwieweit sich Bischof Wetter während seiner Amtszeit im Bistum Speyer fehlverhalten haben könnte, bewegt uns sehr.

Es wiegt darüber hinaus schwer, dass zwei weitere ehemalige Speyerer Bischöfe, die später Erzbischöfe von München und Freising wurden, in dem Gutachten für Vertuschung verantwortlich gemacht werden: Michael von Faulhaber und Joseph Wendel.