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Hör gut zu

02. Dezember 2016

Ich weiß nicht wie es euch in der Adventszeit geht, ich bin oft so hin- und hergerissen. Eigentlich freue ich mich ja auf diese Zeit, die viel "Heime-liches" hat. Gerne zünde ich die Kerzen am Adventskranz an, höre Musik, genieße ein gutes Buch und ein Glas Glühwein oder Tee. Da kann man durchatmen und dem einen oder anderen Gedanken nachgehen.

Aber ich erlebe auch die nervigen Seiten des Advents. Werbebotschaften die lautstark rufen: “Hör gut zu!” oder “Wenn du nicht zuhörst - verpasste was!” “Achtung, nur noch 21 Tage bis Weihnachten!” “Was, du hast noch nicht alle Geschenke? Kein Problem es gibt ja den Morgenexpress! Heute bestellt, morgen bis 9 Uhr geliefert, sogar am Heilig Abend.”

Ja, ich will hören, ich will zuhören. Ich will offene Ohren haben für die anderen Botschaften. Für die Botschaften, die mein Leben bereichern, für die Rufe, die vom Alltagslärm übertönt werden, für die Worte die vom Leben erzählen.

Der Evangelist Markus schreibt im ersten Kapitel:

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.
Die Bibel, Einheitsübersetzung Markus 1,18-25

Keine leichte Situation für Josef. Fast Jede und Jeder hätte verstanden, wenn Josef sich von Maria getrennt oder seinem Unmut und seiner Verletztheit lautstark Platz verschafft hätte.
Er bleibt seinen Überzeugungen treu. Seine Liebe zu Maria reicht so weit, dass er sie nicht bloßstellen will.
Er hört auf seine innere Stimme und bleibt sich selbst treu und gerecht.
Während er noch darüber nachdenkt erhält er die Botschaft eines Engels, die die ganze Situation noch einmal verändert. Er vertraut der Botschaft. Er vertraut darauf, dass Gott sein Leben begleitet und ihn durch schwierige Situationen führt. Gott sei Dank - Dank sei Gott.

Deine Worte will ich hören, ihnen trauen und sie leben.
Guter Gott, du verwandelst mein Leben.
Du bist mir Botschafter in schweren Zeiten.
Deine Worte will ich hören, ihnen trauen und sie leben.
Mit dir wage ich meine engen Grenzen zu überschreiten.
Du bist mir Wegbegleiter, Freund und Vertrauter.
Deine Worte will ich hören, ihnen trauen und sie leben.
Guter Gott, du verwandelst mein Leben.

Text & Bild: CKN / BDKJ Speyer