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Prävention sexualisierter Gewalt

Präventionsarbeit in Zeiten von Corona

Die Sommerferien stehen vor der Tür und auch wenn viele keine Freizeiten oder Zeltlager anbieten werden, so gehen wir davon aus, dass eure Gruppen vor Ort diverse Angebote für Kinder und Jugendliche durchführen werden.

Das ist auch gut so.

Die aktuellen Bedingungen, unter denen Veranstaltungen stattfinden können, verlangen einiges eurer Ressourcen. Gleichzeitig ist uns neben der Sicherheit gegen COVID-19 der Schutz der Kinder vor Gewalt jeglicher Form ein wichtiges Anliegen. Die AG Prävention der Abteilung Jugendseelsorge im Bistum hat euch deshalb ein paar Informationen und einen Infoflyer zum Thema Prävention von sexualisierter Gewalt zusammengestellt, die euch als Hilfestellung dienen sollen, den Blick mit der Präventionsbrille nicht zu verlieren.

  1. Grundlage unserer Arbeit, auch im Blick auf unsere Präventionsarbeit, ist es, Leitung immer im Team von mindestens zwei Personen wahrzunehmen. Die geltenden Corona Maßnahmen führen dazu, dass diese Grundhaltung möglicherweise in den Hintergrund tritt und evtl. Angebote für kleine Gruppen geplant sind, die nur von einer Person begleitet werden, um Ansteckungsketten möglichst kurz zu halten.
  2. Gruppenleiter*innen sind – auch wenn sie ihre Gruppenkinder schon lange nicht gesehen haben - weiterhin Bezugspersonen für diese. Deshalb ist es gut möglich, dass Kinder und Jugendliche sich ihnen anvertrauen und von Erfahrungen von Vernachlässigung, familiären Konflikten, sexualisierter oder häuslicher Gewalt erzählen.

Aufgrund dieser Gedankengänge plädieren wir dafür, Gruppen weiterhin mindestens in Zweierteams zu begleiten. Dies geschieht zum einen mit dem Ziel, dass sich Gruppenleiter*innen in schwierigen Situationen gegenseitig unterstützen können und zum anderen, dass die Gruppen, auch bei „Zwischenfällen“, gut betreut sind, z.B. wenn ein Vorfall geschildert wird oder es zu sonstigen Vorkommnissen und Gefahrensituationen kommt. Auch wenn die Corona Regelungen gerade sehr präsent sind, bedeutet das nicht, dass andere Regelungen wie zum Beispiel zur Aufsichtspflicht außer Kraft gesetzt sind.

Als Leitfaden für ein gutes Handeln im Fall eines Berichts oder einer Beobachtung von Kindeswohlgefährdung möchten wir euch und euren Gruppen vor Ort den „Keine Panik!“ Flyer an die Hand geben. Dieser fasst Informationen zu Beratungsstellen, zum Vorgehen wenn euch etwas erzählt wird und einige weitere Tipps kurz zusammen. Der Flyer wurde von der Abteilung Jugendseelsorge produziert und kann von euch in gewünschter Menge bestellt werden: jugendseelsorge@bistum-speyer.de.

Wenn ihr Fragen habt oder Beratung und Begleitung benötigt, könnt ihr euch jederzeit an die Referent*innen der Jugendzentralen, eure Verbandsreferent*innen (praevention@bdkj-speyer.de) oder an die Präventionsbeauftragten des Bistums wenden:

Für weitere Informationen zum Thema häusliche und sexualisierte Gewalt in der Corona Krise haben wir euch folgende Links zusammengestellt:

Auch die „Jugendnotmail“, eine Initiative für Kinder und Jugendliche, erreicht seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland 40% mehr Hilferufe (Quelle: www.jugendnotmail.de  / Achtung: Kein Hilfeangebot rein für Vorfälle sexualisierter oder häuslicher Gewalt)

Hilfe bei sexuellem Missbrauch

In Gruppenstunden und bei Freizeiten im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit kann es zu sexualisierter Gewalt in Form von Übergriffen und Belästigungen kommen. Sowohl Opfer als auch Täter sind sowohl männlich als auch weiblich. Es kann sein, dass Jugendliche andere Jugendliche oder Kinder sexuell belästigen. Täter*innen können aber auch Jugendleiter*innen (also Kolleg*innen) oder aber Personen aus dem privaten Umfeld der Kinder und Jugendlichen sein. 

 

Im Falle eines Missbrauchs oder auch im Verdachtsfall, können Sie sich an die jeweilige Katholische Jugendzentrale wenden oder direkt an die Missbrauchsbeauftragten des Bistums.

 

Unser Präventionskonzept

Unsere Mitgliedsverbände sind seit Jahren sehr aktiv in der Ausbildung von Gruppenleiter*innen. Das Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“ ist in der Ausbildung von ehrenamtlichen Gruppenleiter*innen explizit verortet.

In Zusammenarbeit mit unseren Jugendverbänden bieten wir spezielle Schulungen zu diesem Thema an. Diese richten sich vor allem an Leitungen von Gruppen. 

Der BDKJ-Diözesanvorstand steht im Kontakt mit den Mitglieds- und Dekanatsverbänden, um im möglichen Fall von Missbrauch eine im Sinne der Opfer zügige und transparente Kommunikation aller Betroffener nach innen und außen zu unterstützen 

Wir arbeiten eng mit der BDKJ Bundesebene und externen Fachstellen zusammen. 

 

Unsere Grundsätze

Ernst nehmen, fördern, respektieren, ermutigen, befähigen: Das ist Alltag in der katholischen Jugendverbandsarbeit. Unsere ausgebildeten Gruppenleiter*innen gehen jeden Tag verantwortungsbewusst und sensibel mit Jungen, Mädchen und jungen Erwachsenen um. Das sind wichtige Teile von präventiver Arbeit, die in den Jugendverbänden nicht nur einen festen Ort, sondern eine lange Tradition hat.

In dem Wissen, dass die Verantwortung für die angesprochenen Taten niemals bei den missbrauchten Kindern und Jugendlichen selbst liegen kann, ist und bleibt das Selbstbewusst-Machen von Kindern und Jugendlichen ein immanenter Ansatz katholischer Kinder- und Jugendarbeit. Dadurch sollen sie selbst Grenzüberschreitungen wahrnehmen und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten schnell und selbstbewusst Hilfe holen können.

Kinder und Jugendliche haben eine Stimme in katholischer Kinder- und Jugendarbeit. So erleben sie, dass sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden. Diese Grundhaltung ermöglicht es, dass Kinder und Jugendliche sich anvertrauen und sie Begleitung und Unterstützung erfahren.

Katholische Kinder- und Jugendarbeit ist immer parteilich. Wir stehen uneingeschränkt auf Seiten der Kinder und Jugendlichen.

 

 

Fortbildungsangebote

Wir bieten regelmäßig Fortbildungen zum Thema „Sexueller Gewalt entgegenwirken” an, die vor allem für Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen konzipiert sind. Die nächsten Termine findet ihr in unserem Präventionskalender. Anmelden könnt ihr euch bei der zuständigen KJZ, die jeweiligen E-Mail Adressen findet ihr unter den Terminen.

Bei Fragen meldet euch bei uns: 0 62 32/ 102-331,                 praevention(at)bdkj-speyer.de